„Augarten”
... ist das früheste Dokument meines Schaffens, das ich noch auf meinem Dachboden weiß. Die Tuschezeichnung (auf Bleistiftskizze) stammt aus dem Jahr 1970 und war ein Auftrag im Rahmen des Zeichenunterrichts bei Prof. Frank im BRG Unterbergergasse in Wien Brigittenau.
Im Jahr darauf begann seinerzeit meine Ausbildung mit dem Schwerpunkt Siebdruck an der „Grafischen”.
„Florales Ornament” (1977)
Lange Zeit habe ich mich ausschließlich mit „Formen” befasst und das Thema „Farbe” vollkommen außer acht gelassen. Der extrem scharf gespitzte Bleistifft war mein Werkzeug, mit dem ich auch versucht habe, die Unebenheiten des Zeichenkartons auszugleichen, um störungsfreie, möglichst weiche Übergänge von Schattierungen zu produzieren.
Im gleichen Jahr habe ich an der „Grafischen” in Wien als Reproduktions- und Drucktechniker maturiert.
„Sweet Kiss” (1982)
„Der Biobauer” (1984)
Damit etwas wert ist, aufgezeichnet zu werden, muss es einen gewissen „Witz” - im jüdischen Sinn - haben.
Ich habe den Unterricht in Kunstgeschichte bei Frau Dr. Ritter wohl vor allem genossen. Bis auf die Geschichten über Michelangelo habe ich kaum etwas davon verstanden. Auf diese Weise ist damals meiner Aufmerksamkeit entgangen, dass schon in der italienischen Spätrenaissance – noch während der Lebenszeit Michelangelos – ein gewisser Giuseppe Arcimboldo (1526–1593) Portraits und Stilleben aus unkonventionellen Materialien erzeugt hat. Mit so einem Meister – übrigens auch Ingenieur und Musiker – assoziiert zu werden, ist auch eine Art von Renommee.
„Die Pianistin” (1985)
Der Umgang mit dem Bleistift strebt seiner Perfektion zu.
„Die Sonnenanbeterin” (1976)
... als Duplex (zweifärbiger Raster) reproduziert im Offsetdruck
„Horizontaler Wirbel” (1978)
Ein erster Versuch mit Farbe.
„Der Rohrschweißer” (1983)
Als quasi Hausgrafiker der OMV AG (1980–1990) kommt man nicht umhin, sich mit derartigen „Insidermotiven” auseinanderzusetzen. Die ersten Gehversuche in der Aquarelltechnik verliefen durchaus vielversprechend.
„Drunt in der Lobau” (1985)
Eigentlich auch ein typisches OMV-Motiv; befindet sich doch eines der größten Tanklager Österreichs mitten in diesem von fleißigen Gelsen bewachten Naturschutz- und Erholungsgebiet, in dem Nacktbaden lange Tradition hat.
„Kellergasse 1” (1983) und „Kellergasse 2” (1989)
sind ein Hinweis darauf, dass mein dreijähriges Intermezzo in Stammersdorf nicht nur negative Eindrücke hinterlassen hat. Gleichwohl muss ich anmerken, dass ich verfallende Gebrauchsarchitektur besonders anziehend finde; unabhängig davon ob das von einer verfallenden Beziehung begleitet wird oder nicht.
Zwei Reisen nach Südfrankreich (1985, 1986) sollten helfen, meine erste Scheidung zu verarbeiten. Als Ergebnis davon sind hier 6 Bilder zu sehen, die auch erste Versuche mit der Tempera-Technik beinhalten:
„Camarque”
„Cote Azur”
„Aigues Mortes”
„Arles”
„Grasse”
„Saint Marie de la Mer”
Der „Escher-Zyklus”
Inspiriert von den Arbeiten des holländischen Grafikers M.C.Escher (1898–1972), der mit verblüffenden Interpretationen des Themas „Perspektive” imstande war, die merkwürdigsten Geschichten zu erzählen. Ich habe zunächst versucht, zu kopieren und bin dann bald zu eigenen Darstellungen und Themen gelangt. Eine der Erfahrungen der anfänglichen Experimente war, dass der „Witz” an der Sache erst mit einer hoch detailreichen – fast realistischen – Darstellung der Szenen zur Wirkung kommen kann.
Die gesamte Serie sollte ursprünglich 12 Blätter in Tempera-Technik umfassen, um damit einen vollständigen Kalender auszustatten. Der große Aufwand für die einzelnen Motive hat aber bald meine zeitlichen Möglichkeiten überschritten. Immerhin konnte ich im Laufe der Zeit eines der Originale („I love you all the year”) aus der halbfertigen Serie verkaufen; darum fehlt das Bild in dieser Sammlung.
„Raus aus der Stadt” (1988)
... war mein erstes Bild, das der Raumkonstruktion von M.C. Eschers Grafik „Die Galerie” folgt. Anstelle der Galerie habe ich eine städtische Szene gewählt.
„Endless Railroad” (1988)
„Schwindlig” (1988)
„Ansichtssache” (1988)
... bietet dem Betrachter gleichzeitig zwei Motive an.
„Adam und Eva” (1989)
... macht Unmögliches möglich.
„Das Büro des Stadtplaners” (1989)
... spielt mit Innen- und Außenraum.
„Im Büro” (1989)
... eine Weitwinkelprojektion.
„Darling we are late” (1989)
... ist die Umsetzung einer doppelten Kugelprojektion.
„Glanz und Elend einer Villa” (1991)
... ist quasi der Abschluss des Escher-Zyklus.
Mit unterschiedlichen Techniken werden in einem Bild zwei, zeitlich auseinanderliegende Zustände des selben Motivs mit einer Art „Überblendeffekt” dargestellt.
„All day long” (1990)
Nach so viel Kurven und Raumkrümmungen ist es schwer, wieder davon loszukommen. Man lässt sich von der scheinbaren Unlösbarkeit der Situation nicht davon abhalten, die Szene trotzdem umzusetzen.
24 Stunden auf einen Blick? So what?
„AUA: 10 Jahre Direktverbindung Wien–New-York” (1990)
Ich hätte es ja selbst nicht geglaubt, als ich da am 11. September 2001 vor dem Bildschirm saß. Das Bild entstand 11 Jahre vor dem Anschlag auf das
WTC in New York City und sollte das Jubiläum der ersten, direkten, österreichischen Transatlantik-Verbindung symbolisieren. Deshalb ist auch im Hintergrund die Silhouette Wiens angedeutet und der
Flieger von der traditionsreichen – ehemals – österreichischen Fluggesellschaft.
„Und die Einen sind im Licht” (1991)
... ein Kriminalrätsel.
Nichteinmal beim beim Blick in den „Hinterhof” (1991) meiner damaligen Wohnung in der Leopoldstadt oder bei „Andere Gedanken” (1987) ließ sich das Kurventhema vollkommen ausblenden.
Noch bevor ich die Möbel in meinem Haus zum Teil selbst entworfen und gebaut habe, hat mich das Thema „Möbeldesign” sehr interessiert.
Neben einer Reihe von Handskizzen haben auch diese drei ausgeführten Studien zu Bürokonzepten - noch auf der Basis der früheren Röhrenmonitore - überlebt. Das „Konzept Z” habe ich vor ein paar Jahren von einem namhaften Hersteller ansatzweise auch umgesetzt gesehen.
„Vorstadt” (1984)
... folgt meiner Vorliebe für Stadtansichten.
„San Francisco” (1987)
Die einzige Großstadt der USA, in der ich mir vorstellen könnte, mich niederzulassen. Das Tempo stimmt, die Leute haben gefühlsmäßig wenigstens ein bisschen Tiefgang und das Wetter ist nicht so extrem wie an der Ostküste.
„California dreaming” (1987)
Warum nicht auch einmal abstrakt?
„Zahlenmix” (1994)
... hätte das Cover eines Mathematik-Lehrbuches werden sollen.
Aktstudie statt Aktenstudium:
... Tuschezeichnung „Jalousie” (1993)
Im Vorfeld der geplanten Weltausstellung „Expo 95”
Wien-Budapest entstand das Architekturprojekt „Antikosmos”.
Für eine Ausstellung im Vorfeld der Expo in einer Galerie im zweiten Bezirk habe ich zusammen mit dem Künstlerehepaar Inge und Peter Braunsteiner das
Modell dieses Projekts einer „verkehrten Welt” aus Polystyrolplatten gebaut. Die Erdoberfläche war innerhalb einer Kugel dargestellt. (Im Bild die Nordhalbkugel mit Fokus auf Zentralasien -
Russland, China, Indien ...) Es war geplant, die Kontinente in ihren Umrissen mit Kunstwerken aus den jeweiligen Regionen zu gestalten.
Das Publikum sollte die Hohlkugel im Durchmesser von etwa 48 Metern auf Höhe des Äquators betreten können. Über einen Steg würde man auf eine Plattform gelangen, die sich quasi im
„Mittelpunkt der Welt” befand.
Das Projekt selbst bekam von der internationalen Jury einen Anerkennungspreis. Das Modell wurde nach der Ausstellung entsorgt. Überlebt haben nur die Skizzen zu drei denkbaren Ausführungsvarianten des Komplexes.